Der Jakobsweg führt nun auch durch Widdern

Kennzeichnung entlang unseres Jagsttalradweges durch die gelbe Jakobsmuschel!

Der Entertainer Hape Kerkeling ist einer von vielen Millionen Pilgern, die auf dem Jakobsweg nach sich selbst gesucht haben. Seine als Buch veröffentlichten Erlebnisse auf dem 800 Kilometer langen Fußmarsch nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens haben jüngst für Furore gesorgt - und einen Trend bestätigt: Wallfahrten sind wieder «in».

Ziel des Jakobswegs ist das angebliche Grab des heiligen Jakobus (spanisch: Sant-iago), der nach biblischen Zeugnis zum Jüngerkreis Jesu gehörte und später auch als Schutzheiliger Spaniens verehrt wurde. Seit dem 9. Jahrhundert pilgerten die Gläubigen auf verschiedenen Routen durch Deutschland und Frankreich nach Galizien. Dabei kamen und kommen sie auch durch das heutige Baden-Württemberg.

Im Mittelalter führte die Route unter anderem über den europäischen Ost-West-Wanderweg von Prag über Nürnberg, Würzburg und Rothenburg ob der Tauber durch den ostwürttembergischen Raum. Dort gibt es seit Förderung der Wallfahrt durch die Staufer besonders viele Jakobuskirchen, etwa in Ulm-Grimmelfingen. 2004 ist ein neu ausgezeichneter Jakobsweg vom fränkischen Rothenburg nach Rottenburg am Neckar eingeweiht worden. Viele Herbergen bieten entlang der Strecke günstige Unterkünfte an.

Nicht alle Pilger wollen den Weg unter Schweiß und Tränen erwandern - es gibt auch viele Wallfahrten per Fahrrad, Motorrad oder Bus. Laut Fahrradclub ADFC gehört der Jakobsweg zu den beliebtesten ausländischen Routen bei Radtouristen. Hape Kerkeling beteuert, er sei den größten Teil des Weges zu Fuß gegangen. Und obwohl er aus der katholischen Kirche ausgetreten sei, habe er auf der Reise nichts weniger als Gott erlebt.